Therapieräume mit emotionaler Wirkung
Für das Therapiezentrum Ankerland entwickelte Iken Design ein ganzheitliches Raumkonzept für Therapie-, Warte- und Arbeitsbereiche. Ziel war es, eine Umgebung zu schaffen, die Sicherheit vermittelt, Vertrauen aufbaut und die therapeutische Arbeit bestmöglich unterstützt.
Gerade im Umgang mit schwer traumatisierten Kindern spielt die räumliche Umgebung eine entscheidende Rolle. Farben, Materialien, Licht und Akustik beeinflussen das Wohlbefinden unmittelbar und können dazu beitragen, Stress abzubauen und Orientierung zu schaffen. Die Innenarchitektur wurde deshalb als aktiver Bestandteil des therapeutischen Konzepts verstanden.
Ausgangslage
Das Therapiezentrum benötigte unterschiedliche Räume mit sehr individuellen Anforderungen. Neben einem einladenden Wartebereich sollten flexible Behandlungsräume entstehen, die sowohl therapeutische Gespräche als auch konzentrierte Büroarbeit ermöglichen.
Die Herausforderung bestand darin, Funktionalität, Wandelbarkeit und emotionale Wirkung miteinander zu verbinden. Jeder Raum musste unterschiedliche Nutzungsszenarien unterstützen und gleichzeitig eine ruhige, vertrauensvolle Atmosphäre schaffen.
Ein Raum, der sich den Bedürfnissen anpasst – nicht umgekehrt.
Mehrere Räume wurden so geplant, dass sie sowohl als Therapieraum als auch als Arbeitsplatz genutzt werden können. Mobile Elemente, integrierte Stauraumlösungen und flexibel nutzbare Flächen ermöglichen unterschiedliche Nutzungsszenarien ohne Kompromisse bei Funktion oder Atmosphäre.
Beschreibbare Wandflächen unterstützen Workshops und Beratungen, während akustisch wirksame Regale und Raumteiler für Struktur und Privatsphäre sorgen.
Ausgezeichnet mit dem Iconic Award
Für das Projekt wurde Iken Design mit dem ICONIC Award 2024 in der Kategorie „Innovative Architecture“ ausgezeichnet.
Die international renommierte Auszeichnung würdigt Projekte, die Architektur, Funktionalität und gesellschaftliche Relevanz auf besondere Weise verbinden. Die Jury hob insbesondere den sensiblen Umgang mit den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer sowie die gelungene Verbindung von Raumgestaltung, Funktion und emotionaler Wirkung hervor.
Das Projekt zeigt, wie durchdachte Innenarchitektur und strategische Raumplanung weit mehr leisten können als reine Gestaltung: Sie können Menschen unterstützen, Orientierung geben und einen positiven Beitrag zum Heilungsprozess leisten.
Der Wartebereich als Teil des Heilungsprozesses
Das Wartezimmer wurde bewusst nicht als reine Übergangszone verstanden.
Ziel war es, bereits vor Beginn der Behandlung ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu schaffen. Helle Holzoberflächen, natürliche Materialien, Pflanzen und eine harmonische Farbgestaltung sorgen für eine ruhige Atmosphäre und unterstützen einen positiven ersten Eindruck.
Der Wartebereich wird dadurch zum ersten Schritt der therapeutischen Erfahrung.
Akustik, Materialität & Wohlbefinden
Besonders in therapeutischen Einrichtungen beeinflusst die Raumakustik maßgeblich das Wohlbefinden der Nutzerinnen und Nutzer.
Akustikpaneele aus Filz, Holzvertäfelungen und schallabsorbierende Oberflächen reduzieren störende Geräusche und schaffen eine ruhige Umgebung für vertrauliche Gespräche. Ergänzt wird das Konzept durch natürliche Materialien, die Wärme und Wertigkeit vermitteln und den Charakter der Räume prägen.